Messebau, Messebauer, Messestandbau

Ausstellungsbau

Der Ausstellungsbau ist ein Überbegriff für unterschiedliche Realisierungen von Präsentationen und reicht vom Museumswesen und Kunsthallenbetrieb über den Messestandbau bei Kongressen bis zur internationalen Großmesse. Der Ausstellungsbau liegt im Spannungsfeld von Gestaltung und Handhabung.

Die Dauerausstellung ist ein Domäne des Museums. Sie erfordert vor allem Gestalter, Innenarchitekten und Museumsfachleute, ist individuell und auf Objekte bezogen und greift in der Regel nicht auf Ausstellungssysteme zurück. Ihre Realisierung kann zeitaufwändig durchgeführt werden. Dies gilt weitgehend auch bei großen Sonderausstellungen, deren Ausstellungsbau allerdings einem größeren Zeitdruck unterliegt. Hier findet man erste Elemente, wie sie auch im Messebau verwendet werden, vor allem bei der Lichttechnik und im Bereich konfektionierter Vitrinen.

Wechselausstellungen in kleineren Kunsthallen und in kurzer Folge benötigen Bauteile von Ausstellungssystemen als Hilfsmittel. Dies sind vor allem begrenzt variable Stellwandsysteme und kompatible Vitrinen. Diese Hilfsmittel müssen transportabel und leicht verstaubar sein. Bei Wanderausstellungen, ob Dokumentation oder Kunstausstellung, steht die Handhabung vor der Gestaltungsfreiheit. Die Module müssen besonders stabil und transporttauglich sein. Hier nähert sich die technische Gestaltung dem Messebau an.

Der Ausstellungsbau im Messewesen

Der Messestandbau bei Kleinmessen am Rande von Kongressen, Tagungen und Fortbildungen ist der Hauptbereich für den Einsatz von Messesystemen. Die patentierten industriellen Messestände lassen nur geringen Gestaltungsraum zu, sind aber mit wenig Personal leicht sowie schnell aufzubauen und können in abgebautem Zustand meist in einem normalen Kombi transportiert werden. Leichtbau, Stabilität und Wiederverwendbarkeit stehen bei dieser Form von Ausstellungsbau im Vordergrund.

Bei Fachmessen und Publikumsmessen sieht die Messeplanung an den meisten Standorten für kleinere Unternehmen üblicherweise feste Messestände vor, in denen aber bei hinreichender Größe die Messesysteme Platz finden. Bei mittlelgroßen Messeständen kommen aber neue Techniken ins Spiel. Der Ausstellungsbau bedient sich nun modularer Elemente, deren Systemcharakter aber nicht in Erscheinung treten soll. Hier kann der Messebauer unter Wiederverwendung der Module gestalterische Variationen realisieren und dennoch die Corporate Identity bewahren. Die wesentlichen Präsentationselemente müssen geschützt transportabel sein. Eine kleine Mannschaft muss in der Lage sein, in den knappen Zeitfenstern um die eigentliche Messe den Auf- und Abbau durchzuführen.

Der individuelle Ausstellungsbau

Große Messestände sind die eigentliche Herausforderung für den Messebau. Sie sind grundsätzlich in sich geschlossene Architekturen, die nur versteckt Ausstellungssysteme verwenden. Der Ausstellungsbau muss so konzipiert sein, dass eine im Prinzip der Dauerausstellung ähnliche Form mit einer großen Mannschaft im Zeitfenster der Messeplanung verwirklicht werden kann. Der Ausstellungsbau bei Großpräsentationen ist primär nicht auf die Wiederverwendbarkeit der kompletten Messesysteme ausgerichtet.