Messebau, Messebauer, Messestandbau

Ausstellungssysteme

Der Begriff Ausstellungssysteme ist nicht eindeutig definiert. Man kann darunter Bauelemente oder Ausstellungsmodule für Messebausysteme, den Messebau bzw. den Messestandbau verstehen. Am häufigsten findet man ihn aber im Zusammenhang mit dem allgemeinen Ausstellungsbau, der für temporäre Kunstausstellungen, Fotoausstellungen, Event-Ergänzungen oder Dokumentationen Anwendung findet.

Die wichtigste optische Anforderung an Ausstellungssysteme ist die neutrale Erscheinung. Während beim Messebau die Optik des Messestandes zumeist integraler Bestandteil der Präsentation ist, treten Ausstellungssysteme bei der Wahrnehmung des Ausstellungsgutes in den Hintergrund. Dies gilt vor allem bei Kunstausstellungen, bei denen die Ausstellungstechnik so weit wie möglich zurücktreten soll. Bei Dokumentationen als Wanderausstellungen wird zwar häufig eine durchgehende Gestaltung angestrebt - Mittel der Öffentlichkeitsarbeit inklusive - die Technik soll aber hier im Hintergrund bleiben. Ein gleichbleibendes, sich wiederholendes Raster ist hierbei ein probates Mittel, das auch der technischen Lösung entgegen kommt.

Selbsttragende Ausstellungssysteme

Die meisten Ausstellungssysteme arbeiten mit selbsttragenden Stellwandsystemen aus Rahmen und Tafeln (Wänden), Standrohren und Stellfüßen. Die Standrohre sind die tragenden Elemente und zugleich die Verbindungsglieder. Hier findet man verschiedene Techniken der Tafelbefestigung. Die in der Praxis einfachste und robusteste Lösung ist das Einhängen der Tafeln in Eisenrohre mit quadratischem Profil in der Tafeldicke mit kurzen Schlitzen. Dies Lösung lässt aber nur gerade und rechtwinklige Verbindungen zu, hat aber den Vorteil, dass längere gerade Wände, ohne Störung durch die Stützen, gebaut werden können. Vielseitiger sind oktogonale Stützen mit Schlitzen für höhenverstellbare Klemmverbindungen, die Zwischenwinkel erlauben. Da sie zumeist aus Aluminium gefertigt werden, sind die Rillen aber gegen Verkantungen empfindlich. Rundrohre sind sowohl für Clip-Verbindungen als auch für Hängeverbindungen verbreitet. Bei häufigem Umbau, gerade bei Kunstausstellungen, sind Stahlrohre trotz des Gewichts empfehlenswert. Aluminiumrohre sind leichter bei der Handhabung aber weniger robust gegen Transport- und Handhabungsschäden.

Ausstellungssysteme verfügen typischerweise über einen jeweiligen Standard der Breiten und Höhen (Vollhöhe, Halbhöhe, Teilhöhe) der Wände und bei rahmenlosen Konstruktionen über unsichtbare Hängschienen an der Oberkante. Rahmenlose Ausstellungssysteme sind für Kunstausstellungen besser geeignet, Rahmenkonstruktionen für wechselnde Präsentationstafeln. Alle Ausstellungssysteme sind grundsätzlich so ausgelegt, auf unterschiedliche Raumbedingungen angepasst zu werden.

Ausstellungssysteme nach dem Stellwandprinzip werden durch Elemente im Raster des Systems ergänzt: Vitrinen, Counter und beim Messebau auch Türen sowie Schrankelemente.